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Billig gegen Blues

Produkte des Discounters „Lidl“ sollen vor Depressionen schützen

Kann die Entscheidung, wo ich meine Lebensmittel einkaufe, von Bedeutung für mein Seelenleben sein? Dieser Schluss wird von einer aktuellen Studie der TU München nahegelegt. Ein Forschungsteam bestehend aus zwei Professoren und vierzehn Studenten wollte bei über hundert freiwilligen Probanden feststellen, ob Produkte des Lebensmittel-Discounters „Lidl“ eine Wirkung auf die Stimmung haben können. Das erstaunliche Ergebnis: Ja, und zwar eine eindeutig positive.

Die Probanden waren an einem Montagnachmittag in der Münchener Innenstadt nach ihrem aktuellen emotionalen Befinden gefragt worden. Nachdem sie in dem eigens eingerichteten Labor Platz genommen und eine selbst gewählte Auswahl „Lidl“-Produkte konsumiert hatten (U.a. „Bellarom“-Kaffee, „Mister Choc“-Vollmilchschokolade, „Crusti Croc“-Kesselchips und „Cimarosa“-Rotwein), wurden sie erneut befragt. Von der Eindeutigkeit des Ergebnisses war selbst Studienleiter Dr. Johann Wolfssohn überrascht. Der Wissenschaftler, der zu den zwanzig neu berufenen Professoren der TU gehört, berichtet: „Während bei der ersten Befragung 70 Prozent der Teilnehmer mit „gestresst“ geantwortet hatten, waren es beim zweiten Mal nur noch 35 Prozent. Das hatten wir alle nicht erwartet.“ Und damit nicht genug: „Nachdem die Probanden als Prämie für ihre Teilnahme einen Korb voller „Lidl“-Produkte erhalten hatten, gaben ganze 24 Prozent an, sich „großartig“ zu fühlen. Zu Beginn hatten dies nur 3 Prozent angekreuzt. 45 Prozent beschrieben ihre momentane Stimmung mit „tendenziell positiv“, während vorher über die Hälfte mit „tendenziell negativ“ geantwortet hatten.“

Stress und negative Stimmungslagen gelten als Indikatoren für Depressionen, welche inzwischen in Deutschland zur Volkskrankheit Nr. 1 geworden sind. Dass der Konsum von „Lidl“-Produkten hier entgegen lenken kann, dürfte auch Mediziner überraschen und könnte völlig neue Behandlungsansätze eröffnen.

Dazu, ob er Verbrauchern aufgrund der Studienergebnisses den verstärkten Einkauf bei „Lidl“ empfehlen würde, wollte sich Dr. Wolfssohn auf unsere Nachfrage hin jnicht äußern. „Ich bin Wissenschaftler, kein Ernährungsberater“, sagte er. Er persönlich werde aber ab sofort keinen anderen Discounter mehr aufsuchen. Vor Depressionen sei schließlich niemand gefeit, so der Professor.