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postfaktisch. präfaktisch. außerfaktisch.


Wochenlang hat der Asylstreit der beiden Regierungsparteien CDU und CSU Deutschland und Europa in Atem gehalten. Doch nun das: Gerade als endlich eine Einigung gefunden wurde, drängt sich plötzlich eine dritte Partei auf die Bildfläche.

Die seit geraumer Zeit in politischer Bedeutungslosigkeit ruhende Partei namens SPD („Sozialdemokratische Partei Deutschlands“) erhebt wohl allen Ernstes den Anspruch, in Sachen der gefundenen Konfliktlösung nun auch noch mitreden zu wollen. Andrea Nahles, Vorsitzende der SPD, kündigte an, zu den gerade beschlossenen Transitzentren „noch einige Fragen“ zu haben. Wie ein Sprecher der Partei auf Nachfragen bestätigte, sieht sie sich in ihrem Selbstverständnis sogar als Teil der Regierungskoalition.

Die ungefragte Einmischung stößt bei Bürgern wie auch Politikern auf Unverständnis. „Da will sich wohl jemand wichtig machen!“, macht eine Wählerin ihrem Unmut auf Twitter Luft; ein User findet es gar „unverantwortlich, der gerade  wieder handlungsfähigen Regierung weitere Steine in den Weg zu legen“. Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker bezeichnete die Einmischung als „Ärgernis“, welches zu einem „denkbar ungünstigen Zeitpunkt“ komme. „Es wäre erfreulich, wenn diese ... äh ... SPD die Arbeit der deutschen Regierung nicht weiter unnötig behindern würde“, so Juncker.

Ob die Partei nach dieser Ermahnung ein Einsehen haben oder weiterhin auf ihrem „Regierungsanspruch“ bestehen wird, bleibt nun abzuwarten.