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21.04.2019

Falscher Hase

Vorsicht, halal! Ein Bayer erlebte an Ostern eine schwer verdauliche Überraschung

„Unfassbar, was einem heutzutage passieren kann! Im eigenen Land!“ Ferdinand Sonnbichler ist immer noch außer sich, wenn er an sein schlimmes Erlebnis von Gründonnerstag zurück denkt. Als nette Geste zur Verabschiedung in die Osterfeiertage hatte seine Firma jedem Mitarbeiter einen Schoko-Osterhasen gesponsert. Der gesellige Urbayer, der beim Fasten schon mal ein Auge zudrückt, ließ sich die Süßware sogleich schmecken und bemerkte nichts Ungewöhnliches bei ihrem Verzehr. Kurz darauf aber erzählte ihm eine Kollegin das Ungeheuerliche: Der Osterhase sei „halal“, also ein für Muslime „erlaubtes“ Lebensmittel. Die belesene Dame war zufällig auf eine Internetseite gestoßen, auf der die für die Oster-Nascherei verantwortliche US-Firma Muslimen halale Produkte vorstellte. Unter anderem dabei: eben jenes Schoko-Nagetier.

Für den christlich verwurzelten Bajuwaren war diese Information ein Schlag in die Magengrube. Auch der Verzehr einer Schweinshaxe, welche ein aufmerksamer Kollege rasch besorgt hatte, vermochte das massive Übelkeitsgefühl nicht zu lindern.

Der weltoffene Kleingartenbesitzer betont, dass er nichts gegen Muslime hat. „Wir haben ja sogar einen im Betrieb, den Ali“, erzählt er, „ der ist aber fast schon ein Bayer, der trinkt manchmal sogar ein Bier mit.“ So müsse das eben sein, findet Sonnbichler, dass sich „die Fremden an uns anpassen und nicht umgekehrt.“ Wenn das christliche Osterfest von anderen Kulturen verfälscht werde, da sei für ihn die Grenze der Toleranz ganz klar überschritten.

Sonnbichler, der sich inzwischen glücklicherweise wieder besser fühlt, hat eine Petition gestartet, die Warnhinweise auf halalen Produkten fordert. Außerdem möchte er den Betriebsrat seiner Firma über den Vorfall informieren. „Die wussten doch gar nicht, was für ein Teufelszeug sie da verschenkt haben“, ist er sich sicher. Er sieht es als seine Bürgerpflicht, das schmerzlich erworbene Wissen weiterzugeben. Damit im nächsten Jahr wieder jeder Mitarbeiter sorgenfrei in seinen Osterhasen beißen kann.

Bild: Eine Kenntlichmachung halaler Schoko-Osterhasen wäre problemlos möglich.