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Gewissenhaft shoppen bei vollem Bewusstsein

52 164 873 Verbraucher haben an unserer großen Umfrage zum Thema „Ethisches und ökologisches Bewusstsein beim Kaufverhalten“ teilgenommen*. Die Ergebnisse machen Mut. So gaben immerhin 80 % der Befragten beim Thema Umweltschutz an, dass sie keinen Coffee to Go mehr kaufen würden, wenn sie den Becher anschließend selbst in einem Niedriglohnland entsorgen müssten. 20 % würden es weiterhin tun, sofern der Flug weniger als 50 Cent kostet. Erfreuliche 34 % fügten hinzu, dass sie ohnehin nur sehr wenig umweltschädlichen Einwegkaffee konsumieren, weil die Mittagspause zu kurz ist und im Büro ja so ein praktischer Alukapselautomat steht.

Auch das Tierwohl ist beim Kauf- und Konsumverhalten ein wichtiges Thema. So denken 54 % in ihrem Lieblings-Fastfoodrestaurant „gar nicht gerne“ darüber nach, wie das Fleisch aus dem Hamburger hergestellt wurde; 46 % denken sogar „nie“ darüber nach. Beim Fleischkauf würden beachtliche 82 % „auf keinen Fall“ ein Produkt kaufen, auf dem steht, dass dafür ein Tier Schaden genommen hat. 64 % achten darauf, dass der Firmenname natürlich klingt und auf dem Logo glückliche Tiere oder ein Naturidyll abgebildet sind.

Zur Luftverschmutzung sagten mutige 67 % der Befragten, dass man sie ihrem Empfinden nach ruhig reduzieren sollte. 58 % der Autofahrer begrüßen die Maßnahme, im Verkehrsstau das Fenster zu schließen. Stolze 43 % können sich sogar vorstellen, dass ihr Partner hin und wieder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt.

Auch ethisches Bewusstsein wird bei den Verbrauchern groß geschrieben. So gaben 70 % an, dass sie ethisches Bewusstsein groß schreiben – eine Aussage, die bei Deutschlehrern auf wenig Freude stoßen dürfte, wird doch „ethisch“ wie alle Adjektive klein geschrieben. Uneingeschränkt positiv bewerten lässt sich aber wohl die Tatsache, dass 65 % der Umfrageteilnehmer ihren Lieblingspulli „vielleicht noch etwas lieber“ tragen würden, wenn er unter fairen Bedingungen produziert worden wäre. 25 % gaben allerdings zu bedenken, dass es dem Pulli gegenüber nicht fair wäre, ihn wegen seines unfairen Entstehungshintergrundes nicht mehr zu tragen. Beim Thema Kinderarbeit sind die Meinungen geteilt. Während 45 Prozent klar dagegen sind, meinen 55 Prozent, dass Kinderarbeit immer noch besser ist, als wenn „die Bälger den ganzen Tag vor der Playstation sitzen und Chips fressen“.

Insgesamt ist bei unserer Umfrage eines klar geworden: Der moderne deutsche Verbraucher steht der Entwicklung eines ethischen und ökologischen Bewusstseins durchaus aufgeschlossen gegenüber.


*Die Umfrage wurde mit voll geschäftsfähigen Personen in meinem Gehirn durchgeführt und ist aus sich mir nicht erschließenden Gründen nicht repräsentativ. (UB)