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Sensation: Affe geklont!


Lange Zeit galt es als unmöglich, doch vor wenigen Tagen gaben Forscher überraschend bekannt, dass das Experiment geglückt ist: Ein Team aus Gentechnikern und Veterinärmedizinern hat einen Humanoiden geklont. Das Klonen selbst habe bereits vor längerer Zeit stattgefunden, verrät der Leiter des Teams, Dr. Magnus Vinschhausen. „Wir wollten erst einmal abwarten, wie er sich entwickelt, bevor wir ihn der Öffentlichkeit präsentieren.“ Menschenaffe „Donny“ (Bild) sei nun in seinen besten Jahren und erfreue sich „hervorragender“ Gesundheit.

Was bei den Besuchern des Primatenzentrums Göttingen Staunen und Begeisterung hervorruft, wird von einigen Experten eher skeptisch gesehen. Gentechniker  Dr. Stephan Birkler findet es „merkwürdig“, dass die am Experiment beteiligten Wissenschaftler keine Angaben zum Spenderindividuum machten, also zu dem Affen, dessen Erbgut in Form von „Donny“ kopiert wurde.   Das Tier sei „bekannt“, heißt es auf Nachfrage, und laufe bei den beteiligten Forschern unter dem Pseudonym „der Affe aus den Vereinigten Staaten“. „Diese Ungenauigkeit ist unüblich“, meint Birkler. Für die Wissenschaft sei der genetische Zwilling durchaus relevant, um Vergleiche anstellen zu können.

Auch Tierrechtlerin Annett Lingsdorf steht dem Experiment „Donny“ sehr kritisch gegenüber. Sie glaubt, dass das Tier in dem veterinärmedizinischen Institut nicht artgerecht gehalten wird. „Der widernatürlich enge Kontakt zu den Forschern und Medizinern scheint „Donny“ nicht gut zu tun. Er zeigt deutliche Verhaltensabnormitäten. So hat er einen übersteigerten Drang, sich in Szene zu setzen, und ist allgemein sehr ichbezogen, was in seinem fortgeschrittenen Alter absolut untypisch ist. Er verfügt außerdem über eine defizitäre Fähigkeit zur Selbsteinschätzung und neigt zu Aggressionen. Aus diesen Gründen ist er bei den anderen Affen sehr unbeliebt. Er wird von ihnen eher geduldet als respektiert, aus Angst vor seinem reaktionären Verhalten. Das ist alles sehr traurig.“

Der Kölner Tierpfleger Markus Winkelmann hält von gentechnischen Versuchen mit Menschenaffen generell wenig, da diese Spezies schon von Haus aus nicht leicht in der Handhabung sei. „Wenn so ein Humanoid außer Kontrolle gerät, kann er eine Menge Schaden anrichten“, weiß er aus seiner langen Berufserfahrung heraus zu berichten. Dies betreffe vor allem die geschlechtsreifen Männchen. „Die Fähigkeit zu komplexen Denkvorgängen, gepaart mit den primitiven Bedürfnissen nach Fortpflanzung und Reviermarkierung, das ist eine gefährliche Mischung.“

Den Schöpfern von „Donny“ können die Bedenken der Kritiker indessen wenig anhaben. Dr. Vinschhausen lächelt wie ein stolzer Papa, als er „seinen“ Klon-Affen betrachtet, und sagt: „Sehen Sie sich unseren „Donny“ an: Er ist doch einfach einzigartig.“