DIE WAHRHEIT ONLINE

postfaktisch. präfaktisch. außerfaktisch.

"Ohne Eselsbrücke geht es nicht.“

Die Zeiten, in denen man sich bei Online-Diensten arglos mit dem eigenen Namen einloggte, sind vorbei. Sichere Passwörter lassen sich jedoch oft schwer einprägen. Wir wollten wissen, wie die Bundesbürger den Spagat zwischen Sicherheit und Praktikabilität bewältigen.

Sichere Passwörter bestehen heute nicht mehr aus gängigen Namen oder orthografisch korrekten Wörtern. Bei unserer Umfrage zum Thema Sicherheit im Netz erfahren wir, dass dies den meisten Internetnutzern längst bekannt ist. Der Kreativität bezüglich Wortfindung und Merkhilfen scheinen dabei keine Grenzen gesetzt.

95in geschlossener Ortschaft“, ist die Merkhilfe von Volker Remsing. Der Kfz-Fan, der zur Zeit mit Bus und Bahn unterwegs ist, weiß, dass er sein Passwort 95i.g.O. „im Leben nicht“ vergisst. Auch von der Einzigartigkeit und damit Sicherheit seines Zugangs zu Facebook & Co. ist er überzeugt: „Das muss ja erst mal einer nachmachen!“, meint Remsing.

Irene Bernstorf verwendet „schon seit Ewigkeiten“ die Namen ihrer Haustiere als Passwörter. Nach dem letzten großen Cyber-Datenklau hat sie Hündin Jacky aber umbenannt.  Die Terrier-Dame heißt jetzt Qösryxtp. „Sicherheit hat nun mal Priorität!“, findet Bernstorf. Merken kann sie sich ihr neues Passwort zwar nicht, aber weil es auf Fressnapf und Halsband gedruckt ist, hat sie es dennoch immer parat. Und was sagt der Vierbeiner zu der Umtaufe? „Die kleine Krawallnudel hat noch nie auf ihren Namen gehört“,  sagt Bernstorf.

Ohne Eselsbrücke geht es nicht“, weiß Kaya Mitgutsch. Die Tier-Dentalpraktikerin hat nämlich den  allerersten von ihr angefertigten Equiden-Zahnersatz zum Passwort gemacht: „207&208b. Das war im Juni 2010, für Eseldame Linda“, erzählt Mitgutsch nicht ohne Stolz. Die Veterinärmedizinerin findet, dass man mit etwas Phantasie auch ruhig ein Stück Biographie im Passwort verewigen kann, ohne es den Datenklauern damit zu leicht zu machen.

Die cleveren Lösungen der von uns befragten Nutzer zeigen: Sich gut geschützt im Internet zu bewegen, kann ganz einfach sein.


Foto: Praktisch: Jack Russell-Hündin Qösryxtp hilft ihrem Frauchen beim sicherem Surfen.