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Rheinmetall macht sich für in Türkei inhaftierte Deutsche stark

Der deutsche Konzern Rheinmetall plädiert für die Freilassung der letzten vier Deutschen, die in der Türkei aus politischen Gründen inhaftiert sind. Wie die Firma offiziell bekannt gab, habe man gerade gestern eine entsprechende Petition an die türkische Regierung geschickt, welche von Rheinmetall-Chef Armin Papperger, sämtlichen Mitarbeitern sowie zahlreichen Aktionären des Unternehmens unterzeichnet wurde.

Im Petitionstext, der auf der Webseite von Rheinmetall veröffentlicht wurde, heißt es, dass man sich „ausgesprochen freuen“ würde, wenn sich die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei weiter entspannten. Eine Freilassung sämtlicher noch inhaftierter deutscher Staatsbürger könnte nach  Ansicht der Petitionsunterzeichner zu dieser Entspannung beitragen.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger äußerte sich heute zu den Gründen für sein ungewöhnliches Engagement. „Vielleicht halten Sie mich jetzt für sentimental: Ich bin einfach ein Mensch, der Frieden und Harmonie liebt. Wenn zwei Staaten, die eine langjährige Freundschaft verbindet, miteinander im Clinch liegen, das tut mir im Herzen weh“, so der Konzernchef. Sogar Pappergers persönliches Verhältnis zu seinem „alten Freund“ Recep Tayyip Erdoğan habe unter den politischen Spannungen der beiden Länder gelitten.

Bereits die Freilassung von Deniz Yücel war für Papperger eine so positive Nachricht gewesen, dass er „aus purer Begeisterung“ weltweit 300 neue Mitarbeiter eingestellt habe. Als Gefühlsmensch neige er zu spontanen emotionalen Reaktionen, sagte der 55- Jährige dazu. Die Freilassung der restlichen Deutschen werde man dann auch „gebührend feiern“. „Wir haben der Petition eine Einladung zu einer großen Party beigefügt, die wir direkt nach der Freilassung der restlichen deutschen Gefangenen veranstalten werden.“ Der Konzernchef, der als Optimist fest an den Erfolg seiner Petition glaubt, freue sich jetzt schon darauf,  Präsident Erdoğan wiederzusehen. „Ich denke, es wird eine Menge geben, das wir zu bequatschen haben“, so Papperger.

Die Aktion von Rheinmetall stieß heute bundesweit auf positive Resonanz. Ein Nutzer auf „Twitter“ schrieb: „Das hat man heutzutage ja leider selten, dass der Chef eines mächtigen Unternehmens so viel politisches Engagement an den Tag legt.“


Foto: Schon die Freilassung von Deniz Yücel hatte bei Rheinmetall Begeisterung ausgelöst. Jetzt möchte man dazu beitragen, dass auch die letzten vier deutschen politischen Gefangenen frei kommen.