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Europäische Standardzeit beschlossen


Dass man eine Europäische Standardzeit einführen wollte, war bei der Klausur in Brüssel schnell klar. Aber welche? Nach mehrstündigem Beratschlagen hat die Europäische Kommission dann schließlich eine Einigung gefunden: Acht Uhr fünfundzwanzig. Diese Zeit soll künftig auf allen Uhren stehen, egal ob in Brüssel, Prag oder Berlin.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zeigte sich hochzufrieden. „Das Ergebnis zeigt, dass die Länder Europas nach wie vor in der Lage sind, hocheffizient und lösungsorientiert zusammenzuarbeiten.“ Daraus, dass er selbst mit Zwölf Uhr achtzehn für eine andere Standardzeit plädiert hatte, machte Juncker keinen Hehl. „Persönliches Empfinden tut hier nichts zur Sache. Entscheidend ist, dass wir eine Einigung erzielt haben.“ An welchem Tag die Neuregelung in Kraft tritt, konnte Juncker heute noch nicht sagen. Aber: „Ich denke, dass es um Acht Uhr fünfundzwanzig so weit sein wird.“

Die deutsche Bevölkerung scheint noch unsicher, was sie von der neuen Standardzeit halten soll. Harald Sminkowsky findet es „prinzipiell gut, dass die in Brüssel sich endlich mal einigen konnten.“ Nichtsdestotrotz rechnet der Besitzer eines Uhrenfachgeschäftes mit Umsatzeinbußen. Sprechstundenhilfe Nadine Möllinger befürchtet „organisatorische Schwierigkeiten“, wenn künftig sämtliche Patienten einen Termin um 8.25 bekommen. Dennoch will sie sich nicht beklagen. Eine Standardzeit habe schließlich „etwas Verbindendes“. „Das tut Europa sicher gut.“


Foto: Endlich Einigkeit: Diese Zeit wird künftig EU-weit auf sämtlichen Uhren zu sehen sein.