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08.09.2017

Wahlumfragen: Partei "Weiß noch nicht" derzeit bei 46 Prozent

Im Hinblick auf die Bundestagswahl am 24. September scheint sich aktuellen Umfragen zufolge eine kleine Sensation anzubahnen: Bei der jüngsten Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa kam die Partei "Weiß Noch Nicht" (WNN) auf stolze 46 Prozent. Dieses Ergebnis überrascht vor allem deswegen, weil die WNN  bisher öffentlich in keiner Weise in Erscheinung getreten ist, weder in Form von Wahlwerbung noch durch prominente Spitzenkandidaten.

Politikforscher Johann Wilke hat für den Erfolg der neu gegründeten Partei eine Erklärung: "Die Partei "Weiß Noch Nicht" hat es nicht nötig, eigenständig in Erscheinung zu treten. Sie profitiert von dem indifferenten und inhaltsarmen Auftreten anderer Parteien, allen voran von CDU und SPD."

Tatsächlich hatte zuletzt gerade das TV-Duell von Martin Schulz und Angela Merkel die Werte der WNN in die Höhe getrieben. Immer wieder kommen seither sogar Stimmen auf, die von einer Verschwörung sprechen, vor allem im Internet: "Dieser Herr Schulz ist doch gekauft, von der "Weiß Noch Nicht", hieß es etwa auf Twitter, und "Die Merkel will in den Ruhestand. Deshalb überlässt sie das Feld der WNN."

Johann Wilke versteht die Irritation der Fernsehzuschauer: "Es ist schon merkwürdig, wenn zwei Gegenkandidaten dermaßen miteinander harmonieren, einander zustimmen und nahezu identische Inhalte kommunizieren." An eine Verschwörung glaubt der Wissenschaftler aber dennoch nicht. "Die WNN ist nicht stark genug, um Kandidaten bestechen zu können. Noch nicht."  

Eine bürokratische Hürde muss die neue Partei auf dem Weg in den Bundestag allerdings noch nehmen: Sie hat beim Bundeswahlbeauftragten den Antrag gestellt, sich zum 24. 9. einen neuen Namen zu geben. Aus "Weiß Noch Nicht" (WNN) soll dann "Weiß Nicht" (WN) werden.